Entwurf des Psychisch-Kranken-Hilfe-Gesetzes wird geändert !!!!!

Die Anhörung zum geplanten Psychisch-Kranken-Hilfe- Gesetz  im bayerischen Landtag am vergangenen Dienstag hat ergeben, dass nach heftiger Kritik der Entwurf in entscheidenden Punkten nun doch von der Bayerischen Staatsregierung geändert wird.

Der ursprünglich geplante Entwurf stieß bei den Betroffenen und deren Angehörigen und vielen Verbänden, auch dem Caritasverband, auf massive Kritik.

Die unterfränkischen Sozialpsychiatrischen Dienste forderten in einem offenen Brief an die Abgeordneten des bayer. Landtages den Gesetzgeber auf, den Entwurf für das „Bayerische Psychisch-Kranken-Hilfe-Gesetz ( BayPsychKHG)“ zu überarbeiten.

Der ursprüngliche Gesetzesentwurf sah vor, personenbezogene Daten psychisch erkrankter Menschen zu registrieren und ermöglichte die Anwendung der Regularien des Strafregelvollzuges auf die nach BayPsychKHG  untergebrachten Patienten. Die Sozialpsychiatrischen Dienste (SpDi) kritisieren, dass damit Menschen in einer psychischen Krise gleichgesetzt werden mit psychisch kranken Straftätern. Dies hätte die Stigmatisierung von Menschen mit einer psychischen Erkrankung massiv verschärft und psychische Erkrankung in der öffentlichen Wahrnehmung mit Kriminalität gleichgesetzt. Aus fachlicher Sicht halten die Berater des SpDi  dies für äußerst bedenklich. Psychisch kranke Menschen sind nicht häufiger gewalttätig und kriminell als psychisch gesunde Menschen. Der bisherige Entwurf sandte in diesen Punkten leider ein falsches Signal aus. Dadurch bestand die Gefahr, dass sich Menschen in psychischen Krisen- und Ausnahmesituationen (die im Übrigen jeden treffen können) nicht mehr vertrauensvoll  öffnen und professionelle Hilfe aufsuchen werden.

 

Die unterfränkischen Sozialpsychiatrischen Dienste und der Krisendienst Würzburg sind seit über 30 Jahren als Anlaufstellen für psychisch kranke Menschen und deren Angehörige etabliert. Neben beratender Unterstützung bieten sie auch ambulante betreute Wohnformen und tagesstrukturierende Maßnahmen an. Damit ermöglichen sie psychisch kranken Menschen, trotz mancher Einschränkung, ein selbstbestimmtes Leben in der Gesellschaft zu führen.

Es ist Aufgabe der Sozialpsychiatrischen Dienste und des Krisendienstes, mit niedrigschwelligen Angeboten den Betroffenen und ihren Angehörigen in Krisensituationen  zur Seite zu stehen und ihnen die fachlich angemessene Unterstützung zukommen zu lassen.

Im Interesse der psychisch kranken Menschen und ihrer Angehörigen forderten die Sozialpsychiatrischen Dienste in Unterfranken den Gesetzgeber auf, die genannten kritischen Punkte des vorliegenden Entwurfes zu überarbeiten mit dem Ziel, die Behandlung von Menschen mit einer psychischen Krise und  psychischen Erkrankung zu normalisieren und zur Entstigmatisierung beizutragen.

Sie zeigen sich nun erleichtert darüber, dass diese Überarbeitung auch angegangen wird.

Caritasverband auf dem Franziskusweg

Mit  perfektem Wanderwetter beschenkt konnten  die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Caritasverbandes ihren Besinnungstag auf dem Franziskusweg in der Rhön  richtig genießen.

“Gelobt seist du, mein Herr, mit allen deinen Geschöpfen,
besonders dem Herrn Bruder Sonne,
der uns den Tag schenkt und durch den du uns leuchtest.
Und schön ist er und strahlend in großem Glanz:
von dir, Höchster, ein Sinnbild.

Gelobt seist du, mein Herr, für Bruder Wind,
für Luft und Wolken und heiteres und jegliches Wetter,
durch das du deine Geschöpfe am Leben erhältst.”

Fast könnte man meinen, Franziskus muss die Rhön selbst durchwandert haben, so gut passt sein Sonnengesang in die herrliche  Rhöner  Landschaft.

Bei dieser grandiosen Aussicht  konnten wir am Ende des Weges auf der Terrasse der  Thüringer Hütte  köstliche Spezialitäten aus der Rhön genießen.

Als runden Abschluss des Tages im Biosphärenreservat Rhön hatte das Team unserer MAV eine Führung durch die Schau-Kelterei Krenzer organisiert, bei der es regionale, biologische  Produkte aus der Apfelkelterei zu verkosten gab.

Lachen, reden, genießen-  dieser wunderschöne Tag mit spirituellen Impulsen bot  die Gelegenheit für persönliche Gespräche, die im Arbeitsalltag selten Platz finden.

Ein herzliches Dankeschön an alle, die diesen Tag möglich gemacht haben !

 

 

 

 

 

 

 

 

Lesekoffer „Flucht und Vertreibung “

Lesekoffer „Flucht und Vertreibung “

bei der Friedrich-Fischer-Schule (Berufliche Oberschule)

Ende des Jahres brachte Judith Gläser, Leiterin der Fachstelle für gesellschaftlichen Zusammenhalt im Caritasverband, den Caritas-Lesekoffer „Flucht und Vertreibung“ zu einer Abschlussklasse der Friedrich-Fischer-Schule (Berufliche Oberschule).

Die Deutschlehrerin Margarete Brand, der sie das Caritas-Projekt Anfang des Schuljahres bereits geschildert hatte, wollte ihre Klasse im Rahmen einer Kurzarbeit die Bücher rezensieren lassen. Aus den 30 Romanen, Tatsachenberichten und Graphik Novels sollten sich die Schülerinnen und Schüler je nach Interesse ihre Favoriten selbst wählen.

Bei dem Pilotprojekt war spannend zu sehen,  wie die Bücher von den Schülern aufgenommen wurden. Es gibt in dem Konglomerat unterschiedlichster Bücher viele Fluchtgeschichten, um mit den Tatsachenberichten Empathie für die hier lebenden Geflüchteten zu wecken. Zum Beispiel die ergreifende Geschichte der somalischen Marathonläuferin und Olympionikin Samia Yusuf Omar, die auf der Flucht nach Europa 2012 im Mittelmeer ertrank. Aber auch Romane zu rechter Gewalt wie die wahre Geschichte eines Anschlags auf ein Wohnheim Geflüchteter aus wechselnder Perspektive der Bewohner und der Täter. Klassiker wie Art Spiegelmanns Graphik Novel „Maus“ standen ebenso zur Auswahl wie populäre Bestseller à la Shirin „Meine Flucht aus den Fängen der IS Terroristen“.  Im Endeffekt interessierten sich die Schülerinnen und Schüler vor allem für die Romane und Graphik Novels – was zu erwarten war.

Im März war Abgabefrist und die Rezensionen trudelten ein. Würde die Auswahl an Lesestoff den Schülern gefallen? Wäre das eine Möglichkeit, auf anderem Weg auf Probleme Geflüchteter hinzuweisen, ohne gleich mit dem erhobenen Moralfinger zu kommen? Nach einer ersten Lektüre der Rezensionen kann man ganz klar sagen: Ja, ist es. Das Fazit ist durchweg positiv. Es fallen Sätze wie: „Gerade aufgrund der aktuellen Flüchtlingslage finde ich es wichtig, dass die Menschen dafür sensibilisiert werden, zu verstehen, was es bedeutet, sein Zuhause zu verlassen und in ein unbekanntes Land fliehen zu müssen. Durch Geschichten wie die von Samia kann man ein Verständnis für die Situation dieser Menschen schaffen.“ oder „(…)[Das Buch] bringt einem die Geschichte von Flüchtlingen näher. Erst nach Erzählungen wie dieser wird deutlich, wie schwer diese Leute es eigentlich haben.“

Nach diesem erfreulichen Feedback konnte nach den Osterferien der letzte Teil des Pakets „Lesekoffer“ in Angriff genommen werden: der Workshop zu Vorurteilen und Stereotypen. In einer Doppelstunde kann man zwar nicht sehr viel bewirken, aber bei vielen gab es Verständnis dafür, wie vorurteilsbehaftet wir im Alltag agieren und wie viele Informationen wir unhinterfragt annehmen. Trotz der auf den ersten Blick objektiv anmutenden Berichte einiger Zeitungen, werden  vielmals Fakten und Statistiken vermischt, um einen anderen Eindruck zu erwecken. Auch viele Daten zu Bevölkerungsstruktur z.B. im Stadtteil Bergl, den Zahlen Geflüchteter in Deutschland  und zur Berufstätigkeit hierzulande waren so nicht bekannt und wurden vor allem durch die reißerische Berichterstattung der sozialen Medien anders eingeschätzt.

Sowohl Judith Gläser als auch die Lehrerin Margarete Brand zogen ein positives Resumee.

Das “Projekt Lesekoffer” ist Teil des Angebotes der Fachstelle für Gesellschaftlichen Zusammenhalt und ist für Schulklassen, Firmgruppen, .. buchbar.

Nähere Informationen finden Sie hier:  https://caritas-sw.de/aktuelle-projekte/

 

Lesekoffer „Flucht und Vertreibung“

Der Caritasverband Schweinfurt verfügt über einen Lesekoffer mit 30 Büchern, die sich mit den Themen Flucht, Vertreibung, Holocaust, Integration und rechte Gewalt befassen. Es handelt sich um Tatsachenberichte, Romane und Graphik Novels, die sich an ältere Jugendliche und Erwachsene wenden.

Das Angebot richtet sich an:

  • Schulklassen der Mittel- und Oberstufe
  • Mittagsbetreuung
  • Seniorentreffs
  • Firm- oder Jugendgruppen
  • Lesezirkel
  • einfach alle Interessierten

Falls gewünscht bietet der Caritasverband

eine moderierte Diskussion,

einen Workshop

oder ein Tagesseminar

zum Thema „Flucht und Vertreibung“ an. Alternativ können auch die Themen Vorurteile, Stereotypen oder Diskriminierung behandelt werden.