Caritasverband

Stadt und Landkreis Schweinfurt

Bundesministerin Karin Prien informierte sich in Schweinfurt

über die Projekte des Förderprogramms „Demokratie leben“.

Vier ausgewählte Projekte wurden am 31.05. im Rathaus vorgestellt, darunter die „Spielebox für ALLE Kinder“ des Caritasverbandes für die Stadt und den Landkreis Schweinfurt.e.V.

Die Bundesministerin für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend Karin Prien zeigte sich begeistert über die Arbeit der „Partnerschaft für Demokratie“, die im Rahmen des Bundesprogramms „Demokratie leben!“ vom Bundesministerium gefördert wird.
Gemeinsam mit Oberbürgermeister Ralf Hofmann und der Bundestagsabgeordneten Dr. Anja Weisgerber diskutierte sie mit Vertreterinnen und Vertretern des Jugendparlaments und örtlichen Jugendringen, denn die Beteiligung junger Menschen an demokratischen Prozessen stand im Mittelpunkt des Austauschs

MdB Dr. Anja Weisgerber begrüßt die Gäste in der Rathausdiele Foto: Samira Gräf, Stadt Schweinfurt

An Infoständen konnte sie sich über vier ausgewählte Projekte informieren, die im letzten Jahr von der „Partnerschaft für Demokratie in Schweinfurt“ gefördert wurden, darunter das Projekt „Spielebox für ALLE Kinder“ des Caritasverbandes.

Einige Spielwaren und Bücher aus der „Spielebox für ALLE Kinder“ wurde am Infostand präsentiert. Foto: Hammer
Von rechts: Frank Kupfer-Mauder, Vorstand Caritasverband, Stephan Eschenbacher, Teampfarrer kath. Kirche Schweinfurt, Kilian Hartmann, Vorsitzender Caritasrat vor dem Infostand zur Spielebox „für ALLE Kinder“ Foto:Hammer
Von rechts: Oberbürgermeister Ralf Hofmann, Bundesministerin Karin Prien, MdB Dr. Anja Weisgerber, Vorstand Caritasverband Schweinfurt Frank Kupfer-Mauder, Teampfarrer kath. Kirche Schweinfurt Stephan Eschenbacher, Vorsitzender Caritasrat Kilian Hartmann, Projektleitung im Zentrum casa Vielfalt Marion Hammer Foto: Samira Gräf, Stadt Schweinfurt

Was ist die „Spielebox für ALLE Kinder“?

Die Spielebox „Für ALLE Kinder“ ist ein Projekt vom Caritasverband für Stadt und Landkreis Schweinfurt e.V. mit Sitz im Zentrum casa Vielfalt.

Das Projekt wurde gefördert im Rahmen der „Partnerschaft für Demokratie“ der Stadt Schweinfurt und dem Interkult e.V. im Bundesprogramm „Demokratie leben“.

Die „Spielebox für ALLE Kinder“ besteht aus vorurteilsbewussten und diversitätssensiblen Spielwaren und Büchern, die  in vier Boxen verpackt sind:

1x Box Spiele: Brettspiele, Magnetspiele, Fädelspiele, Lernspiele, Puzzle,..

1x Box Puppen in verschiedener Ausführung mit unterschiedlichen Hautfarben, Behinderungen und Zubehör z.B. ein Puppen Rollstuhl

1x Box Bücher: Bilderbücher und Kinderbücher z.T. mehrsprachig für unterschiedliche Altersgruppen (3-6 Jahre)

  1x Box Kreatives Material und Fachbücher über Rassismus, Vielfaltsgestaltung und diversitätsgerechtes Arbeiten in der Kita sowie Kamishibai Bildkarten

Jede Kita in Stadt und Landkreis Schweinfurt kann mitmachen und die Spieleboxen für 1 Monat ausleihen.

Bei Interesse wird das Spielmaterial von der Projektleiterin Marion Hammer im pädagogischen Team der Kita mit einem kurzen Impulsvortrag vorgestellt und der Umgang mit dem Material diskutiert.

Die Spieleboxen werden in die Kita gebracht und nach Ablauf wieder abgeholt und gereinigt.

Warum hat der Caritasverband das Projekt „Spielebox für ALLE Kinder“ entwickelt?

Unsere Gesellschaft erlebt aktuell eine zunehmende Spaltung. Extremismus, Diskriminierung und Hetze nehmen zu und gefährden nicht nur unsere Demokratie, sondern behindern direkt Integration, Inklusion und Lebensqualität aller hier lebenden Menschen. Die „Spielebox für ALLE Kinder“ soll dieser Entwicklung frühzeitig entgegenwirken.

Warum ist das ein Thema für den Caritasverband?

„Not sehen und handeln“- diesem Leitsatz folgend setzt sich der Caritasverband für die Stadt und den Landkreis Schweinfurt e.V. ein für benachteiligte Menschen, für respektvolles Miteinander und würdige Lebensbedingungen für alle Menschen. Gesellschaftlicher Zusammenhalt und Demokratie sind hierfür Grundvoraussetzungen. Daher versteht der Caritasverband seinen Einsatz für ein solidarisches Miteinander nicht als „nice to have“, sondern er folgt damit dem christlichen Menschenbild und seinem Grundauftrag der Nächstenliebe.

Warum setzt das Projekt in der Kita an?

Die entwicklungspsychologische Forschung belegt, dass erste Vorurteile bei Kindern bereits im Alter von 3 Jahren entstehen. Kinder verarbeiten im Spiel Eindrücke und Erfahrungen aus ihrem Alltag und entwickeln oder erweitern dadurch soziale, körperliche, intellektuelle oder auch emotionale Fähigkeiten. Spielmaterialien übernehmen dabei eine zentrale Rolle – sie sind keineswegs neutral. Sie vermitteln Werte und gesellschaftliche Normen und geben Kindern indirekt Botschaften über sich selbst und die Welt um sie herum. Wenn Puppen beispielsweise ausschließlich helle Hautfarben haben oder »Hautfarbe« bei Buntstiften stets als Beige dargestellt wird, sendet dies das Signal: Menschen mit heller Hautfarbe gelten als „normal“ und werden eher als darstellenswert angesehen als Menschen mit dunkler Hautfarbe. Kinder mit heller Haut erhalten so in ihrem Alltag die unausgesprochene Botschaft: „Du gehörst dazu“. Kinder mit dunkler Haut hingegen erfahren: „Du bist anders – du gehörst nicht dazu.“  Solche Botschaften können diskriminierende Denkmuster verfestigen, die sich bis ins Erwachsenenalter fortsetzen. Zugleich wird das Bild einer Gesellschaft vermittelt, welches nicht der heutigen Realität, sondern nur den Wunschvorstellungen rechtsextremer Gruppierungen entspricht. Gleiches gilt für Kinder mit Behinderung oder Menschen verschiedener Religionszugehörigkeit, die über das Spielmaterial einen Platz in der Gesellschaft bekommen- oder eben nicht.

Diversitätsbewusstes und inklusives Spielmaterial stärkt das Gefühl der Zugehörigkeit und legt das Grundgefühl bei den Kindern fest, wie die Gesellschaft in Schweinfurt „normal“ ausieht. Es schafft Räume der Anerkennung und Identifikation und leistet damit einen wichtigen Beitrag für gesellschaftlichen Zusammenhalt, gegenseitigen Respekt und gelebte Solidarität.

Welche Wirkung hat vorurteilsbewusstes Spielmaterial in der Kita?

Beim einzelnen Kind:

  • Identifikation im Spiel wird für alle Kinder möglich
  • positive Vorbilder werden angeboten
  • Gefühl der Zugehörigkeit wird gefördert
  • Alltagserfahrungen können spielend verarbeiten
  • Alle Kinder erfahren Wertschätzung, unabhängig von ihrem sozialen Status, dem Aussehen, der körperlichen Ausstattung, der Religionszugehörigkeit, der Herkunft,..

In der Gruppe:

  • Förderung von Toleranz, Empathie und Gemeinschaftsgefühl
  • positive Aspekte der vielfältigen Ausprägungen von Menschen werden spürbar
  • respektvoller Umgang mit Anderen wird gefördert, dies
  • Gerechtigkeit, Gleichberechtigung und Menschenrechte können kindgerecht erfahren und thematisiert werden

Wie kommt die „Spielebox für ALLE Kinder“ bei den Kitas an?

Bisher haben 7 Kitas teilgenommen, die Rückmeldungen sind durchweg positiv.  Das Material der Boxen wird als hilfreich im Kita Alltag wahrgenommen und der Service bei der Ausleihe gelobt. Aktuell sind die Spieleboxen bis März 2027 ausgebucht.

Flyer zur „Spielebox für ALLE Kinder“:

https://caritas-sw.de/wp-content/uploads/2026/06/Spielebox-Flyer-2026.pdf

Kontakt und Anfragen beantwortet gerne:

Marion Hammer

Sozialpädagogin M.A.

Koordinationsleitung Zentrum casa Vielfalt

Caritasverband für die Stadt und den Landkreis Schweinfurt e.V.

St.-Anton-Str. 8

97422 Schweinfurt

Tel.:      09721/71 58-34

E-Mail: hammer@caritas-schweinfurt.de

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