Caritasverband

Stadt und Landkreis Schweinfurt

„Akwaaba“- ghanaische Gastfreundschaft in Schweinfurt

am 20. März im Zentrum casa Vielfalt konnten die rund 45 Gäste die legendäre Gastfreundschaft Ghanas genießen. „Akwaaba“ ist ein Begriff aus der Twi-Sprache der Akan-Völker in Ghana und bedeutet „Du bist willkommen“.

(links) Koordinatorin Marion Hammer mit dem Referenten Augustine Kusi Agyemang Foto: Hammer

Ein besonderer Abend voller Genuss, Information und kultureller Einblicke erwartete die interessierten Gäste bei der Veranstaltung „Ghana genießen mit gutem Gewissen“, die das Zentrum casa vielfalt im Rahmen der Schweinfurter Frauenwochen organisiert hatte. Im Mittelpunkt stand dabei eines der wichtigsten Anbauländer für Kakao und Kokosnuss weltweit: Ghana.

In seiner Präsentation nahm Augustine Kusi Agyemang die Gäste mit auf eine virtuelle Reise in seine Heimat und berichtete von der tropischen Landschaft, vom Leben in dem westafrikanischen Land und der Kultur. Dabei legte er einen besonderen Fokus auf die Rolle der Frauen und die Lebensrealitäten von Familien.

Nach dem optischen Eindruck konnten die Besucherinnen und Besucher verschiedene Spezialitäten des Landes verkosten. Verschiedene sortenreine Schokoladen aus Ghana machten die Unterschiede in Geschmack und Konsistenz spürbar. Der in Ghana beliebte Snack „Plantain-Chips“ aus Kochbananen mit unterschiedlicher Gewürzmischung begeisterte die Gäste mit ihrem intensiven Aroma. Ergänzt wurde das kulinarische Angebot durch exotische Spezialitäten aus Kokosnuss. Neben frischer Kokosnuss konnten knusprige Kokosnusschips und selbst gebackene traditionelle Süßigkeiten probiert werden: „Kubikeek“, süße Kokosnusskugeln mit deutlichem Karamellaroma; „Poloo“, ein goldbraun fritiertes Gebäck mit geraspelter Kokosnuss und „Bofot“, leicht süße kleine Krapfen mit einer Note Kardamom. Um zwischen den Süßspeisen herzhafte Abwechslung anzubieten, standen auf den Tischen Brot, Gemüsestängchen und zweierlei Dipps bereit: ein Kräuter-Kokos-Dip und „Red-Red“, ein Bohnen-Tomaten-Dip mit scharfer Gewürzmischung aus Ghana, die einen authentischen Eindruck der ghanaischen Küche vermittelten.

Nach der genussvollen Pause warf Marion Hammer, Koordinationsleitung im Zentrum casa Vielfalt, in ihrer Präsentation einen Blick auf die Schattenseiten des Landes. Sie berichtete von den extremen Unterschieden zwischen den hoch entwickelten Großstadtregionen und den von großer Armut geprägten ländlichen Gebieten, besonders im Norden des Landes, in denen Kinderarbeit weit verbreitet ist. In ihrem Vortrag machte Marion Hammer auch deutlich, wie sehr das Land, das seit 1957 unabhängig von der britischen Kolonialherrschaft ist, heute noch unter modernen Formen der Ausbeutung durch europäische Staaten leidet. Als Beispiele führte sie die illegale Entsorgung des europäischen Technikmülls, die Überschwemmung des Landes mit Altkleidern und die niedrigen Weltmarktpreise für Kakao an. Am Beispiel der Schokolade verdeutlichte sie den Zusammenhang zwischen Kakaopreisen und Kinderarbeit und machte den Gästen Mut, dass sie mit einem bewussten Einkauf fair gehandelter Produkte positive Veränderungen erreichen können.

Im Anschluss an die Präsentation beantworteten Augustine Kusi Agyemang und Marion Hammer die Fragen der Gäste und es entstand ein interessierter persönlicher Austausch, der zum Verständnis zwischen den Kulturen beitrug.

Interessierte Gäste bei der Fragerunde nach der Präsentation Foto: Hammer

Die Veranstaltung zeigte eindrucksvoll, wie bewusster Genuss und globale Verantwortung miteinander verbunden werden können. Die Gäste nahmen nicht nur neue Geschmackserlebnisse mit nach Hause, sondern auch ein tieferes Verständnis für die Herkunft der Produkte und die Menschen dahinter.

Ein herzliches Dankeschön für das außergewöhnliche ehrenamtliche Engagement an Augustine Kusi Agymenang und seine Helferinnen und Helfer aus Ghana, die den Gästen an diesem Abend einen authentischen, bewegenden und genussvollen Einblick in ein faszinierendes Land an der Westküste Afrikas ermöglicht haben.

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