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Stimmen aus Amerika

Am 24.09.2020 konnten sich die Schweinfurter abends in der Rathausdiele trotz Corona mal wieder begegnen und amüsieren, natürlich unter Berücksichtigung der aktuellen Hygieneauflagen. Eingeladen hatten der Caritasverband für die Stadt und den Landkreis Schweinfurt e.V. zusammen mit den Panamericanos Schweinfurt e.V. zu „Voces de América – Voices from America“. Angekündigt waren Erlebnisse und Erfahrungen in Schweinfurt von Gästen des amerikanischen Kontinents. Was etwas sperrig klang, entpuppte sich als kurzweiliger Abend voller witziger Lebensausschnitte und Anekdoten rund um Franken, Schweinfurt sowie die individuellen Migrationserfahrungen.

Judith Gläser, Fachstelle für Gesellschaftlichen
Zusammenhalt im Caritasverband Schweinfurt

Nach der Begrüßung durch Judith Gläser vom Caritasverband für die Stadt und den Landkreis Schweinfurt e.V., Mónica Wierling von den Panamericanos Schweinfurt e.V. und Matthias Kress Leiter der Stabstelle „Gerne daheim in Schweinfurt“ trug der venezolanische Rapper Diego Jimenez alias DESKA eigene Kompositionen vor. Ein Gedicht in englischer und spanischer Sprache über die Menschen des amerikanischen Kontinents und ihre „Lieder“ leitete zum ersten Teil des Abends über, der mit „Sprachverirrungen und –verwirrungen“ betitelt werden könnte.

Diskussionsteilnehmer, Foto:Gessner

Lieblingswörter und besonders schwierige Wörter aus dem Deutschen wie z.B. „Aufenthaltserlaubnis“ wurden ausgetauscht. Eine Mutter erzählte von einem Gespräch mit der Kindergärtnerin, in der sie meinte „Meine Tochter ist so Frühling, hier zu sein“ und die erstaunten Blicke der Erzieherin ob der Verwechslung von glücklich und Frühling. Fazit dieses ersten Teils war aber sicherlich, dass die deutsche Sprache essentiell für ein Leben hier ist, man sich aber auch über Sprachbarrieren hinweg verständigen kann, wenn beide Seiten das wollen.

DESKA, Foto:Gessner

Nach zwei weiteren Liedern von DESKA und einem kurzen Text über die Tücken des „Mexikaner werden“, ging es im zweiten Teil ums Essen. Neben vielen Tipps für Gerichte aus den jeweiligen Heimatländern wurde die fränkische Küche für Schäufele, Braten und Klöße gelobt. Auf die Frage, was sie denn in einem typisch fränkischen Lokal bestellen würde, antwortete eine Teilnehmerin: „Nichts, weil ich Vegetarierin bin“ und erntete damit Gelächter vom Publikum.

Kurz wurde es etwas ernster, als die Podiumsteilnehmer nach ihren Wünschen an die Schweinfurter gefragt wurden. Fast unisono sprachen sie sich für den Wunsch nach mehr Offenheit und Spontanität aus. Am Schluss waren sich alle einig, dass man nur von den Erfahrungen der Anderen profitieren kann und ein gutes Miteinander immer da funktioniert, wo sich Menschen mit Verständnis und Respekt füreinander begegnen. Dieses Fazit wurde von Gästen wie Podiumsteilnehmern mit Applaus quittiert.

Die etwa 25 Gäste hatten nach der Veranstaltung noch die Möglichkeit „Woher Wohin – Eine Ausstellung vom Ankommen und Weggehen“ und ihre Schweinfurter Ergänzung „Gerne daheim in Schweinfurt?! – Migration seit 1945“ anzusehen. Die beiden Ausstellungen beziehen sich aufeinander und waren bis 24.10.2020 in den Ausstellungsräumen des Rathauses und an verschiedenen Fensterfronten der Innenstadt zu sehen.