Psychose-Seminar in Werneck unter Beteiligung des Sozialpsychiatrischen Dienstes der Caritas Schweinfurt

Seit vielen Jahren veranstaltet das Krankenhaus für Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatische Medizin Schloss Werneck nun schon sog. Psychose-Seminare, und auch der Sozialpsychiatrische Dienst ist mit wechselnden MitarbeiterInnen in der Vorbereitungsgruppe vertreten. Mit dem Ziel eines gleichberechtigten Erfahrungsaustausches bieten diese Seminare Menschen, die selbst eine Psychose durchgemacht haben, deren Angehörigen und beruflich im psychiatrischen Bereich Tätigen die Möglichkeit, in einen „Trialog“ zu treten. Jeder Termin hat ein eigenes Thema, bei dem die persönlichen Erfahrungen dazu im Fokus stehen.

Die Veranstaltung am 20. März stand unter dem Thema „Gesund-beten: Spiritualität, Gespräche und Beziehungen“. Dazu fielen Herrn Scheiner, Krankenhausseelsorger in Werneck, in der Vorbereitung zwei mögliche Auslegungen ein. Einerseits kann der Titel als das Bitten um Gesundheit im Gebet verstanden werden und andererseits als das Beten auf eine gesunde Art und Weise. Zu beiden Ansätzen wurde beim Seminar angeregt diskutiert.

Nach einer thematischen Einführung, die von Frau Brigitte Gross vom Sozialpsychiatrischen Dienst der Caritas Schweinfurt und Herrn Scheiner erarbeitet wurde, tauschten sich die Teilnehmenden, aufgeteilt in zwei Gruppen, über die Rolle der Religion, des Betens und der Spiritualität bei psychischer Krankheit mit vielen unterschiedlichen Sichtweisen aus. Einige der anwesenden Betroffenen berichteten von der Kraft und Stärke, die sie aus dem Gespräch mit Gott oder anderen spirituellen Ritualen, wie Meditation, schöpfen. Ein weiterer Gesprächspunkt entstand aus der Frage, wie man auf eine Anfrage zum gemeinsamen Beten, beispielsweise vom Stationspersonal, reagieren würde. Auch hier waren die Meinungen breit gefächert: Manche konnten sich gut vorstellen, ein solches Angebot wahrzunehmen, während andere sich nur unter bestimmten Bedingungen darauf einlassen würden bzw. dies auch völlig ablehnten. Wie im Konzept des Psychose-Seminars angedacht, waren alle Anwesenden gleichberechtigte GesprächspartnerInnen, so dass auch Menschen, die im psychiatrischen Bereich arbeiten, ihre persönlichen Erfahrungen und Einschätzungen mit der Gruppe teilen konnten.

Nachdem in einer Abschlussrunde kurz die Ergebnisse jeder Kleingruppe vorgestellt wurden, schloss die Vorbereitungsgruppe den Abend mit dem Fazit ab, dass der eigene Glaube sehr persönlich und individuell ist, dennoch oder gerade deshalb eine wichtige Rolle bei der Bewältigung psychischer Erkrankung und Behandlung spielt und spielen soll.