Rassismus in Schweinfurt

Auch bei uns in der Region Schweinfurt leiden viele Menschen unter Ablehnung, Ausgrenzung und Diskriminierung aufgrund ihrer Hautfarbe, ihrer Herkunft oder Sprache.

Wie massiv diese Anfeindungen im Alltag sein können, wie schwer sie das Leben beeinträchtigen, erfahren wir in berührenden Berichten unserer Klientinnen und Klienten immer wieder. Manchmal auch aus Berichten von Helferinnen und Helfern…

Abgerundete rechteckige Legende: Erfahrungsbericht einer Helferin:
An einem Abend Ende September um 18 Uhr klingelt mein Handy: „Wie geht es dir? Hast du Zeit? Kannst du uns holen?  Wir wollen Bus fahren nach Hause, aber er fährt nicht.“
Ich habe einer syrischen Flüchtlingsfamilie meine Handynummer gegeben. Die Mutter ist Witwe, hat 4 Kinder und keinen Führerschein. Wie soll sie sonst in dem kleinen Dorf ohne jede Einkaufsmöglichkeit, ohne Arzt und ohne sonstige Kontakte zurechtkommen?
Ich habe Zeit und hole sie an der Station ab. Mit ihren beiden Töchtern (10 und 12 Jahre alt) steigt sie in mein Auto ein und wir fahren die 7 km zu ihrem Dorf. Die Kleine fragt mich unterwegs: „Ist heute Zuckerfest in Deutschland?“ Irritiert schaue ich in den Rückspiegel: „Nein, in Deutschland gibt es kein Zuckerfest. Ihr hattet doch Zuckerfest im Mai.“ Jetzt bin ich doch neugierig: „Warum fragst du ob wir Zuckerfest haben?“
„Der Fahrplan sagt wir müssen umsteigen in den Bus. Wir steigen ein aber der Busfahrer hat gesagt: „Nein, aussteigen! Der Bus fährt heute nicht. Wir haben Zuckerfest in Deutschland.“
Zuhause lässt mir das keine Ruhe, ich schaue im Fahrplan nach. Laut Fahrplan fährt der Bus „nur bei Bedarf“.
Eine Witwe mit 2 Töchtern Abends im ländlichen Nirgendwo, 7 km von zuhause entfernt – warum genau ist das kein Bedarf?

Rassismus ist nicht christlich.

Rassismus passt in keiner Ausprägung zu unserer christlichen Botschaft und damit nicht in die katholische Kirche.

Mit unserer Fachstelle für Gesellschaftlichen Zusammenhalt versuchen wir aktiv, Vorurteile abzubauen, Diskriminierung und Rassismus entgegen zu wirken, Empathie und Toleranz zu fördern und über Gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit aufzuklären.

Foto: Hammer

Mehr Infos erhalten Sie auf der Seite der Fachstelle für Gesellschaftlichen Zusammenhalt

Auch die Main Post berichtete bereits über die Arbeit der Fachstelle für Gesellschaftlichen Zusammenhalt           

https://www.mainpost.de/regional/schweinfurt/Caritas-Schweinfurt-erhaelt-Preis-gegen-Fremdenfeindlichkeit;art763,10240311